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Scheidenpilz durch Darmpilz?

Kategorie: Scheidenpilz.com » Expertenrat Scheidenpilz | Expertenfrage

01.06.2021 | 14:37 Uhr

Liebes Expertenteam,

ich habe seit Monaten einen Scheidenpilz nach dem nächsten. Dann habe ich eine 4-wöchige Kur mit Nystatin Tabletten und eine Candida-Diät gemacht. In dieser Zeit ging es mir so gut wie noch nie und ich hatte keinerlei Beschwerden. Jetzt habe ich die Tabletten abgesetzt und das ganze geht direkt von vorne los.

Meine Fragen sind jetzt folgende:

1) da die Nystatin Tabletten nur im Darm wirken und ich in der Zeit keine Beschwerden hatte, schließe ich daraus dass mein Scheidenpilz durch einen Darmpilz ausgelöst wird. Ist das richtig oder wirken die Tabletten auch in der Scheide?

2) ich mache die Diät weiter und nehme pflanzliche Sachen wie Candidaex und Apfelessig und Probiotika, trotzdem scheint es nicht zu wirken. Was kann ich noch tun? Ich kann doch nicht mein Leben lang eine Diät machen und Nystatin Tabletten nehmen... 

Vielen Dank dass es euch gibt und ihr immer so nett unsere Fragen beantwortet!! Liebe Grüße

 

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Lifeline Gesundheitsteam
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03.06.2021, 11:24 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

herzlichen Dank für Ihr Lob. Wir wollen natürlich gerne versuchen, Ihnen zu helfen.
Zu 1) Damit haben Sie schon grob Recht. Es geht aber gar nicht unbedingt darum, wo der Pilz ursprünglich herkommt, sondern eher darum, wo er sich während einer Behandlung zurückziehen kann. Pilze sind leider sehr sehr lästig und hartnäckig. Einzelne Sporen, die einer Behandlung irgendwie entkommen, können schnell wieder zu einem Pilz auswachsen, der Beschwerden verursacht. So könnte es auch hier sein, einfach aufgrund der anatomischen Lage können einzelne Pilzzellen oder Sporen in den Enddarm gelangen und dort diie Behandlung "aussitzen". Bei Absetzen breiten sie sich wieder aus, sobald die richtigen Bedingungen vorliegen. Leider ist gerade der Darm so verwinkelt und im mikroskopischen Bereich verästelt, dass er ungewollt Schlupflöcher bieten kann. Leider ist das bei Scheidenpilzen ganz typisch, dass die Infektion "chronifizieren" kann und eine Behandlung sehr langwierig ist.
Aus den oben genannten Beschreibungen ergeben sich dann aber ganz gute Schlussfolgerungen/Überlegungen: Die Behandlung sollte einerseits so erfolgen, dass der Pilz einerseits möglichst gut bekämpft wird und andererseits sollte ihm die Umgebung so unangenehm wie möglich gemacht werden, damit er sich nicht wieder ausbreiten kann.
Damit kommen wir zu 2): Pro- und Präbiotika sind eine sehr gute Unterstützung. Aber auch die Vaginalflora sollte angepasst und günstig besiedelt werden. Dafür sind Milchsäurestäbchen, also die "guten" Bakterien geeignet. Diese verändern den pH in der Scheide so, dass das Anwachsen für Pilze schwieriger wird. Außerdem ist ein feuchtes Mileau ebenfalls für Pilze günstig. Belüftung hingegen macht es den Pilzen eher schwer. Um das zu gewährleisten, sollten Sie wann immer möglich auf Unterwäsche verzichten (nachts) und wenn Sie Unterswäsche tragen, sollte diese aus Baumwolle sein. Möglichst kein Synthetik. Waschen sollten Sie sich im Intimbereich nur mit Wasser, da Seife auch die Bakterien beseitigt und Pilze sich dann schnell niederlassen. Zu guter Letzt - falls Sie die Pille einnehmen - sollten Sie diese in Rücksprache mit Ihrem Arzt zumindest pausieren.
Diese Maßnahmen sollten die Behandlung unterstützen. Trotzdem ist es leider so, dass die Beschwerden oft über Monate anhalten können. Trotzdem, in den allermeisten Fällen stellt sich dann ein Behandlungserfolt ein.
Das war jetzt recht viel. Sollten Sie weitere Fragen haben oder gibt es noch Unklarheiten, können Sie sich natürlich gerne wieder an uns wenden.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen und wünschen Ihnen alles Gute - Ihr Lifeline Gesundheitsteam